Das Taschenfernrohr des Edmund von Fellenberg

 

Im Original im Talmuseum Lauterbrunnen

Am kommenden 31. Juli 2014 jährt sich zum 149 mal die erste Besteigung des Lauterbrunner-Breithorn. Im Lauterbrunnental befasst man sich zur Zeit damit, dieses Anlasses im nächsten Sommer würdig zu gedenken. Im Zuge verschiedener Abklärungen durfte das Talmuseum Lauterbrunnen einen Vorfahr des Erstbegehers des Breithorns aufsuchen. Es war ein faszinierender Moment, als uns Christoph von Fellenberg ein Grossenkel von Edmund von Fellenberg (1838-1902) dessen Taschenfernrohr aus der aktiven Bergsteigerzeit präsentierte. Noch grösser war der Moment, als das Talmuseum Lauterbrunnen dieses kleine optische Gerät als Geschenk entgegennehmen durfte. Seit kurzem ist das Taschenfernrohr im Museum, im oberen Stockwerk, im Raum des Alpinismus und Tourismus ausgestellt.

Das Lauterbrunner-Breithorn ist zweifellos der grosse Mittelpunkt in der Grenzkette zum Lötschental. Der gewaltige Talabschluss im Süden unseres Tales ist von einmaliger Schönheit und Bedeutung. Nirgends im Alpenraum findet man auf einer Stecke von knapp 10 Kilometer Länge 10 faszinierende Berge mit ebenso vielen markanten und schwierigen Nordwänden. Alle diese Nordwände weisen zahlreiche, nur erfahrenen Alpinisten, zugängliche Nordanstiege auf. Die Geschichte der Erstbesteigung des Lauterbrunner-Breithorn liest sich heute wie ein alpiner Krimi. Mit treffenden Worten hat Edmund von Fellenberg seine damalige Bergfahrt festgehalten. Zusammen mit den Führern Peter Michel, Peter Egger und Peter Jnäbnit (alle aus Grindelwald) sowie Johannes Bischoff aus Lauterbrunnen begann von Fellenberg am 30. Juli 1865 den Aufstieg. Nach einem Biwak in der Wetterlücke (von Hugi Breithornsattel genannt) machte sich die Partie am 31. Juli auf den Weg zum Gipfel. Dicht gefolgt von der zweiten Partie bestehend aus den Führern Christian Almer, Grindelwald, und Christian Lauener, Lauterbrunnen, zusammen mit den Engländern Philpott und Hornby. Am Westgrat des Berges war ein richtiger alpiner Wettkampf im Gang. „Eben war unsere Fahne eingepflanzt worden und flatterte lustig im Winde, als Almer’s kirschroth verwettertes Gesicht über dem Gipfelgrate sichtbar wurde. Es war 10 Uhr 40 Minuten gewesen, als wir den Gipfel betraten, und 10 Uhr 50 Minuten*, als die Herren Philpott und Hornby ihr Tanngrotzli neben unsere Fahne steckten. Nun wurde natürlich auf einem so erhabenen Punkte Bekanntschaft gemacht und die joined parties feierten mit Champagner und Bordeaux die Unterwerfung des Breithorns.“

*10 Uhr 50 Minuten gemäss dem Jahrbuch Nr. III, 1865, des Schweizerischen Alpenclubs und 10 Uhr 45 Minuten gemäss „The Alpine Journal, Vol.II, 1865-1866“.

Das Original-Taschenfernrohr sowie die Sonderausstellung "150 Jahre Erstbesteigung des Lauterbrunner Breithorn" sind im Talmuseum Lauterbrunnen zu besichtigen:
www.talmuseumlauterbrunnen.ch

Öffnungszeiten*: Juni-Oktober: Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils von 14.00-17.30 Uhr (* oder nach Absprache)

 

tets

     

 

Zum Seitenanfang